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Badeseen und Freibäder in Deutschland: Eine Sommerliebe

Zwar hat Deutschland nur im Norden direkten Zugang zum Meer, doch Wasser spielt vor allem im Sommer auch im Rest der Republik eine große Rolle. Denn abseits von Nord- und Ostseeküste gibt es eine Vielzahl von natürlichen und künstlichen Seen zur Auswahl, und auch Freibäder sorgen an heißen Tagen für Abkühlung. Ein Überblick.

Es sind diese schönen Momente im Sommer, die noch lange in Erinnerung bleiben: Die großen Ferien sind da, die Sonne brennt, die ganze Clique radelt täglich ins Freibad. Es riecht nach Chlor, Sonnencreme und Pommes rot-weiß, die Tischtennisbälle klackern auf der Platte, die Mädchen kichern. Später dann Gekreische, wenn die Jungs sie unter Wasser tunken, und am Abend vielleicht ein schüchterner erster Kuss. Jahre danach ein romantischer Abend am See, die Kinder sind müde vom Spielen, es ist noch warm, Fliegen flirren herum, der Duft von Grillfleisch weht herüber – das ist Glück.

Deutschland, das Seenland

Dieses Glück gibt es 5500 Mal in Deutschland. Knapp 1900 offizielle Badeseen (und Flüsse) und rund 3600 Freibäder verteilen sich über die Republik. In den natürlichen Gewässern ist die Wasserqualität meist sehr gut. Das gilt auch für den Bodensee, Deutschlands größten See. Viele Badestellen säumen sein Ufer, zum Beispiel die romantische Malerecke im Städtchen Langenargen oder das Freibad Horn in Konstanz. Da sich Deutschland den Bodensee mit Österreich und der Schweiz teilt, heimst die Müritz in Mecklenburg-Vorpommern einen besonderen Titel ein: Sie ist der größte See, der sich vollständig auf deutschem Staatsgebiet befindet. Kein Wunder, dass gerade die Müritz heimlicher größter See Deutschlands ist. Sie gehört zur mecklenburgischen Seenplatte, die aus über 1000 Seen besteht. Auch Bayern ist ein Seenland. Hier befinden sich einige der größten und bekanntesten Seen des Landes: Starnberger See, Ammersee, Chiemsee, Tegernsee, Königssee und viele mehr.

Baden im Ganzkörperanzug

In Deutschland war es nicht immer so, dass Schwimmen und Baden zu einem perfekten Sommertag gehören: Baden galt lange Zeit als unschicklich. Erst im 18. Jahrhundert – Aufklärung sei Dank – kam die Badekultur der Antike wieder in Mode. Zu der Zeit entstanden in England die ersten Seebäder – und damit große Namen wie Brighton, Hastings und Bath. Deutschland folgte dem Trend und eröffnete 1793 sein erstes Seebad in Heiligendamm. Damals ging es vor allem um den gesundheitlichen Aspekt, den die Sommerfrische an der See mit sich brachte. Bikinis gab es zu der Zeit freilich noch nicht. Die Wasserratten von einst badeten in Ganzkörperanzügen. Haut zeigen, das gehörte sich nicht – und Flirten schon gar nicht. Männer und Frauen badeten meist voneinander getrennt. Wenige Jahre später öffneten die ersten Freibäder ihre Pforten, die meist Flüsse als Badegewässer nutzten. Zu den ältesten Freibädern in Deutschland zählen das über 170 Jahre alte Lorettobad in Freiburg und 110 Jahre alte Naturbad Falkenwiese in Lübeck.

Alles andere als gewöhnlich

Mit den Badeanstalten von damals sind die heutigen Freibäder natürlich nicht zu vergleichen. Sportbecken, Planschbecken, Sprungtürme, Wasserrutschen, Wellenbäder, Strömungskanäle, Massagedüsen, Kletterwände im Wasser – es gibt nichts, was es nicht gibt. Das Brentanobad in Frankfurt am Main ist mit 220 Metern Länge und 50 Metern Breite das größte Schwimmbad Deutschlands und Europas. Doch die Konkurrenz schläft nicht: In Berlin schwimmt der Pool des Badeschiffs auf der Spree und in Essen baden Einwohner und Touristen auf dem Gelände der Zeche Zollverein im Schatten der Schornsteine. Doch eines eint alle Freibäder in Deutschland: das Gefühl von Sommer.

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