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„Badische Gastlichkeit ist oft mit irgendeinem Getier verbunden. Adler, Bär, und Hirsch überwiegen dabei,
obwohl nur letzterer regional auch wirklich vorkommt.
Hier in Buchholz ist es entsprechend der Geweihträger. Wobei -- etwas irritierend ist der Zusatz "Stube", zumal es sich nicht um eine kleine Einkehr, sondern ein stattliches mehrgeschossiges Gebäude mit schwarzwaldtypischem Walmdach handelt.
Der Name ist jedoch historisch bedingt. Vor über 200 Jahren war hier die Rats- und Schreibstube der Gemeinde Bucholz, bevor diese in ein Gasthaus umgewandelt wurde. Das Wappen der Buchholzer ist seit jeher der springende Hirsch und so entstand die Bezeichnung "Stubenwirtshaus zum Hirschen", die heutige Hirschenstube.
Seit damals hat sich Buchholz gewandelt, die ehedem selbständige Gemeinde wurde der Stadt Waldkirch zugeschlagen, ein Straßenneubau verlagerte das Ortszentrum und so findet sich die Hirschenstube nunmehr in einer unbedeutenden Nebenstraße, die sich in den umliegenden Erdbeerfeldern verliert.
Dafür ist der Betrieb gewachsen, in einem passend gestalteten Nebengebäude finden sich ansprechende Hotelzimmer und Apartments, eine großzügige Freifläche lädt zum Verweilen ein und bietet reichlich Parkraum.
Der Eingangsbereich wurde leider in den späten Siebzigern überarbeitet, das vorgeblendete Glashaus hat so gar keinen Charme und paßt nicht zum romantischen Schwarzwaldstil der Hirschenstube. Drinnen bieten sich dem Gast drei getrennte Räume mit unterschiedlichem Wohlfühlfaktor an. Dunkles Holz herrscht vor, weder anheimelnd antik noch ansprechend modern.
Das Personal ist aufmerksam und flink, ruckzuck haben wir die Menukarten, Getränke und etwas Brot mit Griebenschmalz vor uns.
Ruckzuck geht es aber auch weiter: "Haben Sie schon gewählt?" "Wissen Sie, was Sie bekommen?" Die Karte ist zwar übersichtlich, aber nur Stammkunden wären in der Zeit bestellfähig gewesen.
So wie am Nebentisch. Der rote Pullunder mit Karohemd freut sich auf das Spargelmenu, die kastanienbraune Cordhose ordert breit grinsend das Rinderfilet.
Wir haben gerade Vor- und Hauptspeisen durchgeackert, da werden wir erneut nach unseren Bestellungen gefragt. Irgendjemand hat es heute eilig.
Nach ein paar Änderungswünschen (ich gehe grundsätzlich immer mit Harry und Sally Essen...) ordern auch wir. Und sitzen kurz darauf etwas überfahren vor unseren Salaten. Ist das hier ein Schnellimbiss?
Die Salate waren übrigens gut. Geschmacklich. Optisch hatten sie vielleicht etwas unter der Beförderungsgeschwindigkeit gelitten, mit der sie bei uns angekommen warten.
Der Hauptgang kam ebenso schnell - "Sie wollen doch sicher den Salat zum Hauptgang essen?" - auch hier inhaltlich wenig zu beanstanden. Unter den Garnelen mit Salat versteht sicher jeder etwas anderes, natürlich kann man das hintereinander servieren. Die Kräutermarinade und die extra Aiolisauce gingen allerdings gar nicht zusammen. Das Rumpsteak war perfekt englisch zubereitet, ich weiß aber nicht, ob der Koch für ein gut durchgebratenes Stück genügend Zeit hätte.
Pullunder ordert nochmal Krazete nach während Cordhose sein Beinkleid unauffällig im Bund weiterstellt. Sodann wird das Schlemmerdessert geordert. Das geht ganz gut mit vollem Mund. die Bedienung ist schon wieder fort, bevor sich der dabei abgesonderte Sprühnebel auf sie herabsenken kann.
Nachgelegt wird auch uns im Eiltempo, der Frage nach dem Dessert sind dafür wir zuvor gekommen. Allerdings haben wir Cordhoses Schlemmerdessert noch im Vorbeiflug in Augenschein nehmen können. Aufwändig dekoriert, Saucenspiegel, kristallisierte Früchte. Das kann unmöglich in der Zeit seit der vollmundigen Bestellung kreiert worden sein. Wie beim Salat hat die Küche hier vorgearbeitet.
Abgang Gast nach vierzig Minuten - ein neuer Rekord in Kundenabfertigung.
Fazit: Sehr leistungsorientierte Küche, Turboservice - hier ist jemand perfekt organisiert. Die Gemütlichkeit der badischen Gastronomie bleibt dabei leider auf der Strecke.
...”weniger
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„Mein Lieblingsrestaurant in dieser Gegend! Preis Leistung ist spitze und der Moosmann Wein aus dem Dorf gehört einfach mit dazu!”